Frauer 2009

Gospel Choir 2008

Steps for Life 2009

Benefizdinner 2008

Bernd Hock 2007

Some Voices 2006

Manfred Siebald 2012

Manfred Siebald 2005

Söhne Edgars 2004

P. Hatzopoulos 2002

Wenn ein Schwabe seine Frau lobt


Vortrag von Hans-Dieter Frauer 2009

Dass die Schwaben „schaffig“ sind, ist weithin bekannt. Das trägt bisweilen bunte Blüten. So ist das höchste Lob, das ein Württemberger seiner Frau machen kann, der Satz: „Du siehst aber arg abgeschafft aus.“ Anekdoten dieser Art referierte der Publizist Hans-Dieter Frauer (Herrenberg) auf unsere Einladung bei einem Benefizabend in Reutlingen zum Thema „Württemberg – wie es keiner kennt“.

Eine gewisse Halsstarrigkeit ist den Bewohnern von Altwürttemberg nicht abzusprechen. So weigerten sie sich, die Kalenderreform von Papst Gregor im 16. Jahrhundert mitzumachen – das Ländle hatte 200 Jahre lang seinen eigenen Kalender. Da aus protestantischer Sicht aus Rom nichts Gutes kommen konnte, bezeichnete ein Tübinger Theologieprofessor den reformierten Kalender als ein „Werk des Antichristen“. Die Konsequenz: Württemberg isolierte sich auf fatale Weise. Die Wirtschaft wurde extrem behindert, weil sich für den Normalbürger kaum ermitteln ließ, wer in den Nachbarregionen wann Markttag, Feiertag oder sonst einen besonderen Tag hatte.

Ein anderes Beispiel für eine gewisse Beharrlichkeit ist der Gesangbuchstreit in Kirchentellinsfurt. Dort lehnte es die Gemeinde ab, ein neues evangelisches Gesangbuch einzuführen und blieb stillschweigend beim alten. Als das herauskam, musste die fromme Gemeinschaft mit Militärgewalt gezwungen werden, zum neuen Gesangbuch zu greifen.

Hans-Dieter Frauer ist in Sachen württembergischer Geschichte sehr belesen. Der frühere Redakteur des Evangelischen Pressedienstes (epd) hat selbst schon mehrere Bücher dazu veröffentlicht. Eine seiner Leidenschaften ist es, das in der Öffentlichkeit allzu einseitige Bild vom Pietismus zu korrigieren. Die Strenge, Innerlichkeit, manchmal auch Freudlosigkeit ist nur eine Seite dieser Bewegung – und sie ist laut Frauer keineswegs für alle Bereiche repräsentativ.

Interessanter ist für ihn die Leistung dieser Strömung fürs Ländle und die Welt. Frauer erinnerte daran, dass der weltweit erste Tierschutzverein 1837 in Canstatt von dem Pietisten und Liederdichter Albert Knapp gegründet wurde. Der hatte in seiner Bibel gelesen, dass die ganze Schöpfung aus Gottes Hand stammt – woraus die Konsequenz zu ziehen war, dass man Tiere nicht quälen darf. Ein anderer Bewunderer der Schöpfung war Philipp Matthäus Hahn, der Weltuhren und Präzisionsinstrumente baute und damit den Grundstein der Waagen-Industrie auf der Zollernalb legte. Das Engagement der Pietisten für die Weltmission verschaffte dem Binnenland Württemberg, das fernab der großen Verkehrsadern lag, Verbindungen auf viele Kontinente.

Referent Frauer idealisierte die pietistische Bewegung nicht. Ihr Hang, Menschen nach ihrem Fleiß zu beurteilen, führte etwa in Calw, der Geburtsstadt des Literaturnobelpreisträgers Hermann Hesse, zu einem unseligen Streit. Das örtliche Gymnasium sollte nach dem großen Sohn der Stadt benannt werden. Noch 1957, elf Jahre nach der Preisverleihung, lehnte der Gemeinderat das ab, weil Hesse in der Schule keine besonderen Leistungen gebracht habe – und man ein Bildungsinstitut schlecht nach einem „Faulenzer“ benennen könne.

Steps for Life 2010

Steps for Life 2011

Some Voices 2010

Steps for Life 2012

Massage Marathon 2012

Steps for Life 2017

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Projektinfoabend 2013

Steps for Life 2015